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Unterwegs für das Burda Magazin mein schönes Land

Porträt Fotografie im Watt: Unterwegs mit einem Krabbenfischer an der Nordsee

Für den Burda Verlag Mein schönes Land durfte ich eine ganz besondere Geschichte fotografisch begleiten: das Leben und Arbeiten eines Krabbenfischers an der Nordsee. Es ging nicht um romantische Postkartenmotive, sondern um echte Arbeit, Wind im Gesicht, nasse Schuhe und die Weite des Watts. Genau dort entfaltet Porträt Fotografie ihre ganze Kraft – wenn Mensch, Umgebung und Tätigkeit untrennbar miteinander verbunden sind.

Gemeinsam mit einer Kollegin machte ich mich für unsere Fotoreportage von Bergisch Gladbach aus früh auf den Weg. Die Nordsee zeigte sich rau und weit, der Himmel voller Bewegung. Schon beim ersten Schritt ins Watt war klar: Dieses Shooting würde körperlich fordernd. Der Boden gab nach, jeder Schritt musste bewusst gesetzt werden. Kameraausrüstung und Objektive mussten sicher verstaut und gleichzeitig schnell griffbereit sein. Für mich gehört genau das zur Porträt Fotografie dazu – sich den Bedingungen anzupassen, um authentische Bilder entstehen zu lassen.

Porträt Fotografie zwischen Ebbe, Weite und harter Arbeit

Unser Protagonist arbeitet bei Ebbe weit draußen im Watt. Statt eines Bootes nutzt er einen Hundeschlitten, um sein Equipment zu transportieren – ein ungewöhnliches Bild, das sofort Aufmerksamkeit erzeugt. Schon aus der Distanz war diese Szene visuell stark: die flache Landschaft, das Licht, der Schlitten, der Mensch als kleine, aber kraftvolle Figur in der Weite.

Für mich bedeutete das vor allem eines: Bewegung. Ich fotografierte viel aus der Hocke, aus niedrigen Perspektiven, um die Struktur des Wattbodens in den Vordergrund zu holen. So entsteht Tiefe im Bild, und der Betrachter spürt förmlich den Untergrund. In der Porträt Fotografie ist der Ort nicht nur Hintergrund, sondern erzählerisches Element.

Während der Fischer arbeitete, beobachtete ich genau seine Abläufe. Wie er die Netze überprüft, wie er sich gegen den Wind dreht, wie seine Hände mit geübten Bewegungen die Krabben sortieren. Ich halte in solchen Momenten bewusst Abstand und arbeite mit längeren Brennweiten. So bleiben die Gesten natürlich, nichts wirkt gestellt. Diese dokumentarische Herangehensweise prägt meine Porträt Fotografie seit vielen Jahren.

Magazin Fotografie für den Burda Verlag - Porträt eines Krabbenfischers in der Nordsee
Hautnah dran. Der Krabbenfischer schüttet die Krabben in das Netz.
Porträt Fotografie - Utensilien der Krabbenfischer

Nähe, Respekt und Beobachtung: Meine fotografische Herangehensweise

Ein Mensch bei der Arbeit ist immer in einem eigenen Rhythmus. Diesen Rhythmus zu respektieren, ist entscheidend. Ich greife nicht ein, ich inszeniere nicht – ich beobachte. Gerade bei körperlich fordernden Berufen wie diesem entstehen starke Bilder aus dem Tun heraus.

Das Licht im Watt verändert sich schnell. Wolken ziehen durch, Spiegelungen entstehen, Kontraste werden härter oder weicher. Ich arbeite hier viel mit natürlichem Licht und verzichte bewusst auf künstliche Aufheller. So bleibt die Stimmung echt. Porträt Fotografie lebt für mich von dieser Ehrlichkeit.

Besonders wichtig sind mir Details: die Spuren im Schlick, Salzkristalle auf der Kleidung, die rauen Hände des Fischers. Diese Nahaufnahmen ergänzen die weiten Totalen und die klassischen Porträts. Zusammen ergeben sie eine visuelle Erzählung. In der Porträt Fotografie entsteht Wirkung oft genau in diesem Zusammenspiel aus Nähe und Distanz.

Zwischendurch suchte ich immer wieder den Blickkontakt. Kurze Momente, in denen der Fischer innehält, in die Kamera schaut – ohne Pose, ohne Lächeln auf Kommando. Diese Blicke sind direkt, ehrlich und erzählen mehr als jedes gestellte Bild.

Porträt Fotografie als Begegnung: Der Mensch hinter der Arbeit

Am Ende der Reportage ging es nicht nur um Bilder, sondern um Begegnung. Nach Stunden im Watt, mit müden Beinen und salziger Luft in der Nase, saßen wir gemeinsam am Strand. Der Tag klang ruhig aus, das Licht wurde weich, das Meer zog sich zurück.

Wir tranken zusammen einen Schnaps, lachten, erzählten Geschichten. In solchen Momenten verschiebt sich die Rolle des Fotografen. Man ist nicht mehr nur Beobachter, sondern Teil der Situation. Genau das spürt man später in den Bildern. Porträt Fotografie ist dann nicht mehr nur Technik, sondern Beziehung.

Die entstandenen Aufnahmen zeigen keinen inszenierten Helden, sondern einen Menschen in seinem Element – bei harter Arbeit, in einer einzigartigen Landschaft, geprägt von Wind, Wasser und Rhythmus der Gezeiten. Für mich sind solche Reportagen der Kern meiner Arbeit: rausgehen, mitgehen, mitfühlen.

Und genau dort, zwischen Watt, Weite und Begegnung, entsteht für mich die stärkste Porträt Fotografie. Hier geht es um etwas ganz anderes als um ein klassisches Business Porträt







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